Geschichte

Die Geschichte unserer Verbindung ist eng mit der Korporationsgeschichte der DDR verbunden. Seit Anfang der achtziger Jahre interessierten sich in Halle-Kröllwitz zwei Philister, Werner Essl und Wolfgang Kupke (Wolli) mit studentischem Liedgut. Wolli sammelte Kommersbücher, Couleurartikel und Literatur. Ende 1982 wurden sie wahrgenommen: Es gibt noch andere, die auch singen – nach studentischem Comment und sogar kneipen. So kam nach Halle eine Einladung zur 18. Hochoffiziellen Kneipe der Dresdensia für den 6. Mai 1983 in Dresden. Dort konnten dann drei aktive Philister vom Kröllwitzer Senioren Convent aus Halle vom Präsidium begrüßt werden. Sie waren als Kröllwitzer-Seniorenconvent, kurz KSC und den Farben der Stadt Halle rot-weiß-rot angereist.

Am 2.12.1983 musste in Dresden aus einem Anlass von unaufschiebbarer Wichtigkeit zu einer 18. Offiziellen Kneipe geladen werden, denn der Senior des KSC wollte höhere bierakademische Grade erringen. Wolfgang Kupke promovierte zum ersten Dr. cer. in der damaligen Germania Orientalis1.

Die Beziehungen zur Dresdensia wurden freundschaftlich ausgebaut. 1985 waren Gäste aus Jena und Greifswald dabei. Der Korporationsgedanke breitete sich aus. Im sächsischen Schmiedeberg wurde anläßlich einer externen Kneipe im Mai der erste Convent von verschiedenen Verbindungen aus Dresden, Erfurt, Freiberg, Halle, Jena und Magdeburg abgehalten.

Am 21. November 1986 fand der längst fällige Initialkommers des KSC in Kröllwitz statt. Im April 1987 folgte das 2. Stiftungsfest mit Gästen von der Salana Jenensis und Ottonia Magdeburg. Hier wurde das Wappen mit Zirkel des KSC, der Wahlspruch Heimat, Ehre Bier – sei’s Panier, sowie ein erster Vorläufer einer Satzung, wir nannten es Constitium offiziell propagiert. Aus dieser Constitution sollte sich dann später der Name Allianzkommers bzw. Rudelsburger Allianz begründen.

Auf die Rudelsburg wurde zum 20. Juni 1987 von der Salana Jenensis zu einem festlichen Kommers geladen. 18 Korporierte aus Jena, Halle und Magdeburg beschlossen, hieraus eine Tradition zu machen. Dieser Kommers wurde zum 1. Rudelsburger Allianzkommers erklärt.

Im Oktober 1987 wurde in memoriam der 170. Wiederkehr der Feier des Wartburgfestes der Urburschenschaft nach Eisenach von der Salana Jenensis eingeladen. Vom KSC war eine Verbindung nach Eisenach geknüpft, die es der Corona ermöglichte, das abgesperrte Burschenschaftsdenkmal von innen zu besichtigen. In Eisenach gab es dann erste Berührungen mit der uniformierten und zivilen Staatsmacht. Die Bergschenke in Kröllwitz wurde in der folgenden Zeit zum sonntäglichen Treffpunkt der Corona und zur Sommerexkneipe erklärt. Das 3. Stiftungsfest wurde am 27. November 1987 in Halle-Lettin gefeiert. Im Januar 1988 wurde bei einem Hospiz beim Couleurwart Richwien der Eintritt in den Kulturbund besprochen, worauf dann am 28.1.1988 die konstituierende Sitzung des Freundeskreises für studentische Kulturgeschichte stattfand.

Zum 28. Mai 1988 lud der KSC als Vorort zum 2. Allianzkommers ein. Da die Lokalität in der Rudelsburg wegen erheblicher Insuffizenz des staatlichen Gaststättengewerbes geschlossen hatte, wurde nach Abwägung mehrerer Ausweichvarianten von uns eine Feldkneipe aus angefertigten Bänken und Tischplatten an der Burgmauer aufgebaut. Der abendliche Kommers fand im Burgblick in Saaleck start, wo durch den KSC der unvergleichliche Wirt Uwe Kanthack für die Studentenverbindungen erschlossen wurde. Dort wurde auch das Lied von der Neuen Burschenherrlichkeit, von unserem CW verfasst, uraufgeführt. Im Juli 1988 erfolgte die Kontaktaufnahme des CW mittels studentischen Gesanges in Halle mit Zürcher Singstudenten, der ein gemeinsamer abendlicher Umtrunk in der Bergschenke folgte.

Ostern reisten die Zürcher Singstudenten zu 15 Personen an. Zur Festkneipe im ehemaligen Haus der Burschschaft Germania nehmen vier Füchse das Band auf. Der Allianzkommers 1989 wurde in der Presse angekündigt. Es nahmen über 100 Personen teil. Vom KSC wurde ein Gedenkstein aus Beton gegossen und das Lied Der Gott der Hopfen wachsen ließ wieder bekannt gemacht.

Es folgten ein Artikel in der westdeutschen Zeitung Die Welt und Stasi-Verhör der drei Chargierten des KSC sowie der Ausschluss aus dem Kulturbund.
Am 23. Juli 1989 gründeten jeweils zwei Mitglieder der Saxonia Leipzig, des KSC Halle und ein Fechtlehrer aus Köln in Halle die Akademische Fechtgemeinschaft Halle-Leipzig als interkorporative Gemeinschaft der beiden Verbindungen für Mitglieder, die sich auf Mensuren einpauken wollen. Die Gründung der ersten Burschenschaft Teutonia in Halle vor 175 Jahren fand zum 4. Stiftungsfest des KSC am 4. November 1989 Beachtung. Gäste aus Heidelberg von der KV Palatia Heidelberg luden uns spontan nach Grenzöffnung zum Schloßkommers am 02.12.1989 nach Heidelberg ein. Dort hielt unser damaliger Senior Wolfgang Kupke die Grußansprache für die Korporierten aus der DDR.

Am 18. Januar 1990 erfolgte der Beschluss zur Umwandlung des KSC in eine deutsche studentische Verbindung mit dem Namen D.St.V. Saxo-Ascania Hallensis mit den Farben rot-weiß-rot und dem Wahlspruch: Freiheit, Treue, Toleranz sowie die Ausarbeitung einer Satzung.

Für den 10. Februar 1990 wurden von der D.St.V. Saxo-Ascania Hallensis und von der AHC Saxonia Leipzig alle vor 1990 in der DDR entstandenen Verbindungen nach Halle eingeladen und im Ergebnis der Freundschaftsbund, die Rudelsburger Allianz, gegründet.

Im Juni wurden die Festveranstaltungen zum 175. Gründungstag der Urburschenschaft in Jena von der Saxo-Ascania Hallensis und der Burschenschaft Germania Köln organisiert.
Der erste und einzige Mensurtag, auf noch DDR-Boden wurde am 22.09.1990 in Saaleck ausgetragen. Die Akademische Fechtgemeinschaft Halle-Leipzig stellte 5 Paukanten, die unter dem Waffenschutz der Landsmannschaft Preussen Berlin standen, heraus. Bedingt durch Regen wurden die Mensuren statt auf der Burg Saaleck im Saal vom Burgblick des Allianzwirtes Uwe Kanthack gefochten. In kurzer Zeit waren viele gute Kontakte zu allen Verbänden in den alten Bundesländern entstanden. Die eben genannte Germania Köln dedizierte uns einen herrlichen Farbenschläger. In Coburg wurden zu Pfingsten die Kontakte von Mitgliedern der Saxo-Ascania in der Akademischen Fechtgemeinschaft zur L! Neoborussia Halle zu Freiburg geknüpft. Zusammen mit dieser Verbindung wurden die freundschaftlichen Beziehungen zu den Halloren wieder aufgenommen. Nach und nach kehrten ehemalige Verbindungen aus Halle wieder an ihren Stammsitz zurück.

Bis 2006 war unsere Konstante der Petrikeller, dieser musste leider verlassen werden, da man in den Räumlichkeiten einen Kindergarten einrichten wollte. Darauf hin sind wir zu unseren Ursprung zurück gekehrt und haben die Kellerwohnung in der Senffstraße 22a gemietet.


  1. heute K.D.St.V. Germania Leipzig ^